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Pilotprojekt beim DRK-Kreisverband Zollernalb e. V.

DRK schult Mitarbeiter im Selbstschutz

Foto: DRK-KV / RD

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes erleben immer öfter Gewalt, ob in verbaler oder gar körperlicher Form. Um diesem Phänomen adäquat zuvorzukommen, wurde im Bereich des betrieblichen Arbeitsschutzes ein Pilotprojekt begonnen, das bereits nach kurzer Zeit als „Erfolgsmodell“ gesehen werden darf.

Um welche Fälle von Gewalt geht es?
Hier ein Beispiel: ein junger Mann wird in den RTW gebeten. Dort beginnt er sehr schnell die eingesetzte Mitarbeiterin anzupöbeln und sexuell anzugehen. Hilfeleistungen werden abgelehnt, so dass eine vernünftige Untersuchung oder gar Kommunikation nicht möglich ist.
Zu guter Letzt weicht die Mitarbeiterin zurück, der Mann verlässt den RTW und schlägt beim Weglaufen mit dem Fuß gegen den Kühlergrill, so dass ein Sachschaden entsteht.

Fälle wie diese ereignen sich leider immer öfter im Rettungsdienst. Gerade zur Nachtzeit und am Wochenende. Der Rettungsdienst hat keine Möglichkeit Gewalt anzuwenden, denn das Gewaltmonopol liegt beim Staat und wird von der Polizei umgesetzt. Was also tun, um die Beschäftigten so gut als möglich zu schützen?
 
Untersuchungen in anderen Bundesländern zeigten, dass eine Passivbewaffnung wie Schutzwesten und Pfefferspray nicht weiterführen, im Gegenteil. Die Situation kann schnell eskalieren.

Der DRK-Kreisverband Zollernalb e. V. hat daher das Thema „Gewalt gegen Rettungsdienstkräfte“ dieses Jahr als Schwerpunktthema im Bereich des betrieblichen Arbeitsschutzes aufgenommen. Gemeinsam mit Fachleuten des Projekt "N.E.I.N." aus Reutlingen absolvieren die Mitarbeiter ein Seminar mit den Schwerpunktthemen „Deeskalierende Kommunikation und Selbstschutztechniken“. Hier werden Abwehrtechniken geübt. Zurückweichen und deeskalierende Handlungen genießen oberste Priorität. 
 
Und wenn es denn doch passiert?
„Die Mitarbeiter selbst sind angehalten, alle Vorkommnisse zu melden und auch Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten“, so Dietmar Dieter vom DRK-Kreisverband Zollernalb e. V.
Kommt es während des Einsatzes zu Konflikten, muss die Polizei um Hilfe gebeten werden.

 

 

3. April 2017 11:53 Uhr. Alter: 114 Tage